Katholische Landeskirche von Graubünden

Religionsunterricht

Religionspädagogische, theologische, spirituelle und methodisch-didaktische Themen

Religionsunterricht und Schule

  • Junge Menschen auf ihrem Weg des Glaubens und der Sinnsuche zu begleiten ist eine wichtige Aufgabe der Kirchen.
  • Der Religionsunterricht in der Schule wird heute mehrheitlich durch Katechetinnen und Katecheten erteilt. Sie nehmen dadurch eine wichtige Mitverantwortung in der Verkündigung des Glaubens wahr.
  • Die Schule ist für die Kinder und Jugendlichen eine zentrale Lebenswelt. Das Fach Religion gehört zum ganzheitlichen Bildungsauftrag der Schule.

Der Religionsunterricht in der Schule will:

  • Zur sinngebenden Deutung und Gestaltung des Lebens beitragen
  • Die religiöse, ethische und soziale Entwicklung fördern
  • Impulse für die kritische Auseinandersetzung mit der Lebenswirklichkeit geben

Formen und Inhalte

Im Kanton Graubünden gibt es mehrheitlich einen konfessionellen Religionsunterricht in der Schule, der von den Kirchen verantwortet ist. Es gibt zugleich verschiedene Bestrebungen für einen ökumenischen Religionsunterricht.

Inhaltliche Grundlage für den Religionsunterricht bietet der ökumenische Lehrplan Religion, der ab dem Schuljahr 2003/04 in Kraft ist.

Es gibt Pfarreien, die neue Formen des Religionsunterrichts praktizieren wie Doppelstunden, Blockunterricht, Heimgruppenunterricht (HGU), Projekttage, Weekends und Lager, Erlebnis- und Besinnungstage.

Der Religionsunterricht bzw. die Katechese ist ein Ort, wo Kinder und Jugendliche:

  • Über ihr Leben und über Gott nachdenken und ihren Glauben vertiefen
  • Freude, Trauer und Momente der Betroffenheit miteinander teilen
  • Über Fragen, Ängste und Sehnsüchte sprechen
  • Biblische Geschichten hören und daraus Kraft und Vertrauen schöpfen
  • Beten, feiern und das Kirchenjahr mitgestalten
  • Auf die Sakramente vorbereitet werden und Gemeinschaft der Kirche erleben
  • Mit den Glaubensinhalten der Kirche vertraut gemacht werden

Religionsunterricht und Katechese

Der schulische Religionsunterricht dient vorwiegend der wissensmässigen Grundlegung des Glaubens, bei der Katechese dagegen liegen die Schwerpunkte in der Einführung und der Beheimatung im kirchlichen Leben der Gemeinde. Im Kanton Graubünden wurde bisher nur wenig zwischen schulischem Religionsunterricht als religiöse Grundbildung und Katechese unterschieden.

Das Modell 1+1

Mit der Annahme des Modells 1+1 im Mai 2009 hat das Bündner Stimmvolk die Unterscheidung für den Religionsunterricht zwischen allgemeiner Wissensvermittlung und kirchlicher Glaubensvermittlung klar angenommen. Mit diesem Modell wird der Kanton die Verantwortung für eine obligatorische Wochenlektion „Ethik und Religion“ übernehmen und die Kirchen werden eine Lektion Religionsunterricht für die eigenen Mitglieder verantworten. Durch diese organisatorische Trennung des Religionsunterrichtes an der Schule geschieht auch eine inhaltliche Unterscheidung der beiden Fächer.

Leitbild Katechese im Kulturwandel

Die gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungsprozesse fordern die Kirche, die Pastoral insgesamt und die Katechese im Besonderen zu überdenken. Daher hat die Deutschschweizerische Ordinarienkonferenz (DOK) im März 2007 den Auftrag erteilt, ein Leitbild zur Katechese zu entwickeln, damit auf dieser gemeinsamen Grundlage alle an der Katechese Beteiligten für ihr Tätigkeitsfeld, bzw. ihren Verantwortungsbereich entsprechende Schlussfolgerungen ziehen. Die Leitsätze desLeitbildes, das im März 2009 erschienen ist, sind allgemein gehalten und werden im Bericht zu den Leitsätzen näher erläutert.